Das blaue, blaue Meer
 

 

Das blaue, blaue Meer

von Nis-Momme Stockmann
Gostner Hoftheater Nürnberg

Premiere am 25.01.2012

 

Regie: Ulf Goerke

Ausstattung: Matthias Wulst

Komposition: Felix Leuschner

mit Jennifer Sabel, Sascha Grüb, Thomas Witte

 

Darko säuft – wie so viele hier in der Plattenbausiedlung. Doch dann kommt Motte. Wohnsiedlungsprostituierte, 19 Jahre. Und plötzlich fängt Darko an, etwas zu fühlen, das wenige hier fühlen dürfen: Hoffnung. Die Sterne sind noch immer nicht zu sehen und auch das blaue, blaue Meer ist weit – doch gemeinsam trauen sich beide vom bisher Undenkbaren zu träumen. Wie aber soll das funktionieren an einem Ort, an dem selbst der Gedanke an das kleinste denkbare Glück anmaßend erscheint? „Hoffen ist nicht verboten“ (Darko) … Ein Stück über das Meer, die Sterne, den Plattenbau, den Tod. Ein sehnsüchtiges Stück voll poetischer Kraft, verstörend, berauschend, und auch irgendwie hochkomisch.

„Regisseur Ulf Goerke zeigt das […] wie ein spielerisches Rollentausch Roulette. Drei Darsteller gleiten griffbereit durch den Text, der auf diese Weise gleichzeitig ins Allgemeingültige gedehnt und auf eine Fallstudie konzentriert wird. Dafür gab es bei der Premiere langen Beifall.
Die Bühne von Matthias Wulst wirkt im Halbdunkel wie eine Erdhöhle, ist im Licht betrachtet aber Flickwerk, ganz wie die Biografie der gescheiterten Figuren. Eine Plastilin-Welt abgetöteter Lebensentwürfe, geschöpft aus Pappe und braunem Klebeband, das auch die sprunghaften Gedanken von Nis-Momme Stockmann zu bändigen oder zumindest zu verbinden scheint.“
Dieter Stoll, Abendzeitung Nürnberg 27.01.2012